Bei Sparzinsen ist die Steuer kein Detail am Ende, sondern ein fester Teil des Vergleichs. Zwei Angebote mit demselben Nominalzins können netto unterschiedlich wirken, wenn Produktart, auszahlende Stelle, Gutschrift oder ausländische Quellensteuer voneinander abweichen.
Die Grundrechnung für klassische Sparzinsen
Das BMF nennt für Zinsen aus Sparbüchern und Girokonten einen besonderen Steuersatz von 25 %. Zu Bankeinlagen zählen in den steuerlichen Erläuterungen unter anderem Sparbücher, Termineinlagen beziehungsweise Festgelder und Sichteinlagen.
Bei 30.000 EUR Kapital, 2,4 % p. a. und zwölf Monaten ergeben sich ohne Zinseszins 720 EUR brutto. Eine Steuerannahme von 25 % entspricht 180 EUR. Der modellierte Nettoertrag beträgt 540 EUR, der Endbetrag 30.540 EUR.
Kürzere Laufzeit zeitanteilig rechnen
Ein Jahreszins muss auf die tatsächliche Dauer angewendet werden. Bei sechs Monaten beträgt der einfache Bruttozins näherungsweise Kapital × Jahreszins × 6 ÷ 12. Bei einer dreimonatigen Neukundenaktion wird nur ein Viertel des Jahreszinses erreicht – bevor Anschlusszins und Steuer berücksichtigt werden.
Zinsgutschrift und Zinseszins
Werden Zinsen dem Kapital gutgeschrieben und innerhalb der Laufzeit erneut verzinst, entsteht ein Zinseszinseffekt. Bei kurzen Laufzeiten und üblichen Sparzinsen ist der Unterschied oft klein, sollte aber korrekt modelliert werden. Prüfen Sie, ob die Gutschrift auf dem Konto verbleibt oder auf ein Referenzkonto ausgezahlt wird.
| Schritt | Formel im einfachen Modell |
|---|---|
| Bruttozins | Kapital × Jahreszins × Monate ÷ 12 |
| geschätzte KESt | Bruttozins × Steuersatz |
| Nettozins | Bruttozins − geschätzte KESt |
| Netto-Endbetrag | Kapital + Nettozins |
| reale Kaufkraft | Netto-Endbetrag ÷ (1 + Inflation)Jahre |
Inländische Bank und automatischer Abzug
Ist eine inländische auszahlende Stelle eingebunden, wird die KESt in vielen privaten Standardfällen direkt einbehalten und abgeführt. Der auf der Abrechnung ausgewiesene Nettozins ist dann die praktisch relevante Zahl. Bewahren Sie Abrechnung und Produktunterlagen dennoch auf.
Ausländische Bank
Fehlt eine inländische auszahlende Stelle, kann kein automatischer österreichischer KESt-Abzug erfolgen. Das BMF nennt ausländische Sparbuchzinsen als Beispiel für Einkünfte, die in die Steuererklärung aufzunehmen sind. Zusätzlich kann eine ausländische Quellensteuer anfallen. Anrechnung und Doppelbesteuerungsabkommen sind individuelle Steuerfragen.
Wann 27,5 Prozent relevant werden
Die meisten sonstigen Einkünfte aus Kapitalvermögen unterliegen laut BMF einem besonderen Steuersatz von 27,5 %. Dazu können etwa Dividenden oder Wertpapiererträge zählen. Ein Geldmarktfonds ist deshalb nicht mit einem Tagesgeldkonto gleichzusetzen. Produktstruktur, Kursentwicklung, Gebühren und Steuerlogik unterscheiden sich.
Inflation ist keine Steuer
Inflation wird nicht vom Konto abgebucht. Sie beschreibt die Veränderung der Kaufkraft. Der Rechner zeigt sie deshalb getrennt von der KESt. Eine angenommene Inflation von 2 % ist keine Prognose und kann im betrachteten Zeitraum deutlich über- oder unterschritten werden.



